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Netlution Neujahrsempfang 2018: Automatisierung, künstliche Intelligenz & Co. als Jobkiller

Januar 2018 | Allgemein

 

Der diesjährige Neujahrsempfang stand im Zeichen eines Jubiläums. Zum 10. Mal hatte Netlution geladen, um ein aktuelles Thema mit seinen über 100 Gästen zu diskutieren. Dieses Jahr war die provokante These: Automatisierung, künstliche Intelligenz & Co. als Jobkiller. Sind 2028 dann auch IT-Experten obsolet?

 

“Klassenzimmer der Zukunft”

Der Einstieg in den Jubiläumsempfang war ganz dem Nachwuchs gewidmet. Die Clemens-Beck-Grundschule aus Dudenhofen, die erste Grundschule Deutschland mit der Auszeichnung „MINT freundliche Schule – Digitale Schule“, präsentierte mit dem „Klassenzimmers der Zukunft“ ein richtungsweisendes Projekt, durch das schon Kinder lernen, einfache Maschinen zu bauen. Dabei werden sie bis zur Erstellung von komplexeren Roboterprogrammen geführt. Die Präsentation nahm Netlution zum Anlass einen Spendenscheck in Höhe von 1.000 Euro für diese besondere Förderung des Nachwuchses zu überreichen.

 

Netlution auf dem Weg zum Preferred Premium Partner

Herr Stedler moderierte das weitere Programm des Abends und eröffnete die Reihe von spannenden Vorträgen mit einem Netlution Rück- und Ausblick. Die klare und fokussierte Netlution Entwicklung der letzten 10 Jahre vom Systemhaus bis hin zur Etablierung als Managed Public Cloud Service Provider mit Adaptive Managed Services für Enterprise-Umgebungen und Preferred Supplier heute, dokumentiert die optimale Ausrichtung der Netlution Dienstleistung auf die wachsenden, individuellen Herausforderungen seiner Kunden.

Die Vorstellung der n_value group (www.n.group) mit der Etablierung eines ganzheitliche Portfolios, einer gemeinsam ausgerichteten, partnerübergreifenden Teamleistung und dem Angebot als Preferred Premium Partner für global agierender Unternehmen für adaptive Non-Commodity IT-Dienstleistungen, war damit nur die konsequente Weiterentwicklung.

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Digitalisierung und Vernetzung – Herausforderungen und Chance für die Metropolregion Rhein-Neckar

Prof. Dr. Dietmar v. Hoyningen-Huene ist seit Jahren um Mannheim und die Metropolregion bemüht und damit ausgewiesener Experte für die Entwicklungen und Trends der Region. Auf der Grundlage seiner profunden Kenntnisse zeichnete er ein positives Bild der Situation und sieht die Metropolregion Rhein-Neckar – bezogen auf die Herausforderungen und Chancen – gut aufgestellt.

Allerdings machte er auch deutlich, dass die Gestaltung der Zukunft Mut und Leadership, Kreativität und Kompetenz (Fachkräfte), sowie – neben einer engen und zielgerichteten Zusammenarbeit – öffentliche und private Investitionen erfordert. Mit einer Reihe von Beispielen wichtiger Projekte und Investitionen untermauerte Herr Professor v. Hoyningen-Huene die Vorreiterrolle der Metropolregion Rhein-Neckar als Digitale Modellregion.

Sein Resümee: Der digitale Wandel auf regionaler Ebene kann nur gelingen, wenn eine starke Public-Private Partnership sich nachhaltig weiterentwickelt und die Verantwortung für diese zukunftsweisende Gestaltungsaufgabe angenommen wird.

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Der Mensch und die intelligente Maschine- was kommt auf uns zu?

Als international bekannter Experte für Globalisierungsgestaltung, Innovation und Technologiefolgen gab Prof. Dr. Dr. Franz-Josef Radermacher den Netlution Gästen einen informativen und fesselnden Einblick in die uns aus seiner Sicht zu erwartenden Veränderungen zum Thema.

Mit dem Einstieg in seinen Vortrag machte Prof. Radermacher deutlich, dass er Deutschland nicht per se auf der Verliererstraße im Umfeld der Digitalisierung sieht. Zwar sei viel in Bewegung und noch viel zu tun, doch Deutschland ist nicht von ungefähr Exportweltmeister. Viele Wellen und „Hypes“ hat Deutschland in den Letzten Jahrzehnten gut, wenn nicht sogar gestärkt überstanden. Für Prof. Radermacher ist dies auch das Ergebnis unseres hochentwickelten Unternehmertums, gerade auch im Mittelstand und unserer latenten Besorgtheit, aus der immer wieder auch Handlungsbereitschaft für Neues resultiert. 

Außerdem plädiert Prof. Radermacher dafür, sich immer wieder bewusst zu machen, dass es neben der digitalen Welt auch noch die wirkliche Welt gibt, die manchmal überraschend alle Theorien und Errungenschaften der digitalen Welt aushebelt. Dazu braucht es nur einen substanziellen Sturm oder einen Vulkanausbruch. Die Kompetenz Deutschlands in Industrie und Realökonomie zahlt sich dann immer wieder aus.

Die aktuelle Welle der Digitalisierung und der KI ist aus Sicht von Prof. Radermacher noch auf ihre Tragfähigkeit in der realen Welt zu überprüfen. So ist die Plattform-IT für einige Wirtschaftsbereiche irrelevant, weil sie nichts zur Erweiterung oder Durchsetzung des Angebots beitragen kann. Andererseits wird der „Hype“ der Digitalisierung befeuert durch vermeintliche Entwicklungen, die ein bestehendes Geschäft bedrohen und so eine Attraktivität und Wertigkeit entweder haben oder vorgaukeln. Der „Hype“ wird dabei häufig selber zum Geschäftsmodell.

Dennoch ist das Potenzial der Digitalisierung für eine Optimierung der Wertschöpfungskette nicht ausgereizt und neue Möglichkeiten entstehen. Ähnlich verhält es sich nach Meinung von Prof. Radermacher mit der Künstlichen Intelligenz. So sieht er in der KI eine preiswerte Möglichkeit, bestimmte menschliche Bedürfnisse zu bedienen und den Menschen leistungsfähige Assistenten zur Seite zu stellen. Es bleibt allerdings die Frage im Raum, ob wir irgendwann eine Maschine bauen, die intelligenter ist als wir selbst.

Was festzustellen bleibt ist, dass es die Leistungen von Ingenieuren waren und sind, die diese Entwicklungen überhaupt erst ermöglichen und die auch erforderlich sind, um ein Verständnis für die Technik und die Systeme aufrecht zu erhalten. Für die Arbeitsplätze sieht Herr Prof. Radermacher ein differenziertes Bedrohungspotenzial. Tätigkeiten, die einen körperlichen Einsatz mit komplexen Bewegungsabläufen erfordern, sieht er nicht in Gefahr, da diese noch auf lange Zeit durch einen Roboter nicht zu gleichen oder niedrigeren Kosten ausgeführt werden könnten.

Ebenso sei der Einsatz von intelligenten Systemen an vielen Stellen aus juristischen Gründen ausgeschlossen. Doch immer dort, wo menschliche Intelligenz für komplexe Analysen in Wechselwirkung mit IT-Systemen (z. B. digitale Bildverarbeitung in der Medizin) genutzt würde, ist in Zukunft ein Einsatz durch künstliche Intelligenz denkbar und somit der Verlust von Arbeitsplätzen zu erwarten. Somit unterliegen im nächsten Jahrzehnt auf Sicht „intelligente Jobs“ hochqualifizierter Personen einem Risiko. Das ist gesellschaftlich eine neue und schwierige Situation.

Sein Resümee: Für Prof. Radermacher besteht nicht die Gefahr, dass die Welt durch die Digitalisierung und die Künstliche Intelligenz über Nacht aus den Angeln gehoben wird. Zu viele Rahmenbedingungen sind noch zu klären, zu vieles ist als Realökonomie ohnehin von anderer Art. Allerdings werden sich berufliche und persönliche Perspektiven gerade auch hochqualifizierter Personen mit den Jahren massiv verändern, wenn das Potenzial der digitalen Welt und Künstlichen Intelligenz zielführend genutzt wird.

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Der ultimative Jahresabschluss 2017

Der Jahresabschluss 2017 von Herrn Beckhaus war im doppelten Sinne ultimativ und unterhaltend. Den Anfang machte ein Rückblick auf den Rückblick aus den 10 Jahren des Netlution Neujahrsempfang mit dem Fazit, dass die Herausforderung „Sicherheit von virtuellen Umgebungen“ uns schon länger begleitet, auch wenn sich die Möglichkeiten und Tools verändert haben. 

Praxisnah zeigte uns Herr Beckhaus – anhand konkreter Beispiele – dass neben den Chancen einer zunehmend vernetzen und digitalisierten Welt, auch Risiken existieren, und wie man sich (nicht) davor schützen kann.  So hat ein harmloser Satz eines US-Nachrichtensprechers gereicht, um die Sprachassistentin Alexa in Amazons Echo zu verwirren und viele unfreiwillige Puppenhaus-Bestellungen in den Zuhörer-Haushalten auszulösen.

Herr Beckhaus erinnerte uns an die KRACK-Attacke auf die WLAN-Verschlüsselung WPA2, die Panikwellen hochschlagen lies, oder wie WannaCry im Mai 2017 für einen schwerwiegenden Cyberangriff genutzt wurde und jede Menge Unternehmen betraf. Über 230.000 Computer in 150 Ländern wurden infiziert und sahen sich Lösegeldzahlungen ausgesetzt.

Den Abschluss des ultimativen Jahresrückblicks bildeten Beispiele aus dem IoT, mit einer Ausdehnung in Bereiche, in denen es eigentlich sinnvoller Weise nichts verloren hat – und so Datenschutzalbträume verursacht.

Sein Resümee: Bei aller Lust auf die Produkte der Digitalisierung und der IoT-Technologie, sollten wir uns zur Wahrung der beruflichen wie privaten Daten nicht allein von der Faszination der Anwendung leiten lassen, sondern verfügbare Informationen, wie z.B. die Nutzungsbedingungen, bewusst wahrnehmen und mit einem gesunden Misstrauen in die Zukunft der Digitalisierung blicken.

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